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Neue Impfverordnung schafft Voraussetzungen für Corona-Impfungen durch Zahnärzteschaft

Mit Inkrafttreten der neuen Impfverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sind jetzt die rechtlichen Voraussetzungen dafür gegeben, dass auch Zahnärztinnen und Zahnärzte in Zahnarztpraxen gegen das Coronavirus impfen können. Zuvor hatten Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) in den vergangenen Wochen mit erheblichem Aufwand die notwendigen technischen und sonstigen Voraussetzungen für ein solches Impfangebot geschaffen.

Dazu zählte unter anderem die verpflichtende Anbindung an das Digitale Impfquoten-Monitoring (DIM) des Robert Koch-Instituts (RKI), die Abrechnung der Impfleistungen über die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) und für Privatzahnärzte über die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) der Länder. Nach Änderung der die technische Umsetzung regelnden Allgemeinverfügung können Impfstoffe durch Zahnärztinnen und Zahnärzte in Apotheken bestellt werden. Anvisiert ist dafür – nach Angaben von BMG und Apothekerschaft – der Stichtag 7. Juni.

Zum Inkrafttreten der Regelung erklärte Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Nachdem jetzt mit der aktualisierten Impfverordnung die Voraussetzungen für das Impfen in Zahnarztpraxen geschaffen wurden, stehen wir Zahnärzte jederzeit zur Verfügung, wenn wir gebraucht werden und bestehende Impfangebote nicht ausreichen, um den möglichen Bedarf zu decken. Diese Zusage gilt für die Dauer der gesamten Pandemie ohne Abstriche!“

Prof. Dr. Christoph Benz, Präsident der BZÄK: „Schon im Studium lernen wir Zahnmediziner das Geben von Spritzen beim Menschen, denn das ist Tagesgeschäft in der Praxis. Nun konnte zusätzlich eine Schulung zum Erbringen von Impfleistungen absolviert werden. Im Moment ist eine Unterstützung beim Impfen nicht notwendig, da das Impfgeschehen stark rückläufig ist und die Arztpraxen sehr gut aufgestellt sind. Sollte es aber zu Engpasssituationen kommen, stünden wir bereit: Die Zahnärzteschaft könnte bei Bedarf ad hoc Unterstützung leisten. Dies könnte lange Wartelisten verkürzen.“

KZBV und BZÄK informieren auf ihren Websites unter www.kzbv.de/coronavirus sowie unter www.bzaek.de über die Regelungen. Die Informationsbereiche werden fortlaufend aktualisiert.

Gemeinsamer FAQ-Katalog mit allen wichtigen Fragen und Antworten Ein zentrales Informationsangebot von KZBV und BZÄK ist ein gemeinsamer Katalog mit allen wichtigen Fragen und Antworten zum Thema für den Berufsstand. Erläutert werden darin unter anderem die konkreten Voraussetzungen (u.a. Selbstauskunft und Bescheinigung der Kammern), unter denen sich die Zahnärzteschaft zielgerichtet an der laufenden Impfkampagne beteiligen kann, um einen Beitrag zu leisten, das Pandemiegeschehen einzudämmen. Dazu zählen unter anderem Vorgaben für die verpflichtende Anbindung an die Impfsurveillance des zuständigen RKI, Angaben zur Ausstellung von Impfzertifikaten und die vorgeschriebene Aufklärung von Patientinnen und Patienten. Darüber hinaus gibt es Informationen zu Beschaffung, Lagerung, Handhabung der Impfstoffe, zu nötigen Schulungen, haftungsrechtlichen Fragen, sowie Vergütung und Abrechnung.

Bundesweit haben bereits zahlreiche Zahnärztinnen und Zahnärzte gegenüber den zahnärztlichen Körperschaften ihre Bereitschaft erklärt, sich an den Coronaimpfungen aktiv zu beteiligen.

Und woher kommt Ihr Zahnersatz?

Wussten Sie, dass Zahnersatz aus Deutschland international hochgeschätzt ist? Qualität, Sicherheit und Langzeitstabilität – mit ihrem fundierten Können und ihrer umfassenden Ausbildung sind deutsche Zahntechniker:innen auf der ganzen Welt hoch angesehen. Es ist beeindruckend und auch gar nicht ungewöhnlich, dass ein deutsches Dentallabor auch neue Zähne für Zahnarztpraxen in anderen Ländern fertigt. Die hohe Kompetenz deutscher Meisterlabore resultiert aus einer gewachsenen, traditionellen Berufsstruktur. Zahntechnik gehört zu den „zulassungspflichtigen Gewerben“, deren Leitung eine fundierte Gesellen- und Meisterausbildung voraussetzt. Anerkannte Ausbildungsnachweise zeichnen das deutsche Zahntechnikerhandwerk ebenso aus wie verlässliche Qualitäts- und Gütesiegel sowie modernste Technologien.

Auslandszahnersatz – wirklich billiger?

Andersherum kommt Zahnersatz auch aus anderen Ländern nach Deutschland (Auslandszahnersatz). So werben beispielsweise einige Anbieter für kostengünstigen Zahnersatz aus Fernost. Hierbei sollten verschiedene Kriterien bedacht werden. Einerseits ist Zahnersatz aus dem Ausland nicht unbedingt billiger. Andererseits: Während deutsche Meisterlabore auf hohem und geprüftem Qualitätsniveau arbeiten, kann der Herstellungsweg eines Zahnersatzes aus dem Ausland nicht immer lückenlos nachverfolgt werden. Der Zahnersatz könnte mangelhaft umgesetzt oder aus geringwertigen Materialien gefertigt sein. Die Freude über die etwaige Kostenersparnis ist dann aufgrund von Reparaturen, Anpassungen oder gar Neuanfertigungen nur kurz.

Zahnersatz ist ein medizinisches Produkt und bedeutet Lebensqualität

Anders als beim Kauf eines Smartphones oder Fernsehers basiert die Entscheidung für einen neuen Zahnersatz auf einem medizinischen Hintergrund. Die neuen Zähne sollen die Gesundheit sowie das Wohlempfinden verbessern und der Entstehung von Krankheiten entgegenwirken. Daher gehört Zahnersatz zu den Medizinprodukten und muss dementsprechend sorgfältig hergestellt werden. In Deutschland arbeiten zirka 65.000 Zahntechniker:innen. Sie folgen bei der Herstellung von Zahnersatz vielen Vorgaben und Aspekten, z. B. der Kieferfunktion und Bisslage, anatomischen Parametern, der Phonetik, der Ästhetik, den Materialien und natürlich der Passung der neuen Zähne im Mund. „Zahnersatz muss im Mund vielen Belastungen standhalten und erfüllt medizinische Anforderungen. Hier haben wir eine sehr hohe Verantwortung“, sagt Zahntechnikermeister Thomas Breitenbach, Vorsitzender des Kuratoriums perfekter Zahnersatz e.V. „Digitale Technologien bieten uns zunehmend eine große Hilfe, doch letztlich bedarf es der fundierten Aus- und Weiterbildung, die in Deutschland gewährleistet ist. Außerdem: Die besten Ergebnisse resultieren oft aus der engen Zusammenarbeit zwischen Zahnarztpraxis sowie Dentallabor; die ist in der Regel nur regional umsetzbar.“

Das ist mit Sicherheit ein guter Zahnersatz

Für einen Zahnersatz, der jahrzehntelang im Mund verbleiben soll, muss die medizinische Unbedenklichkeit gewährleistet sein. Thomas Breitenbach erläutert: „Dentallabore füllen für jeden neu hergestellten Zahnersatz eine Konformitätserklärung aus. Diese garantiert, dass nur zertifizierte Materialien verwendet und ordnungsgemäß verarbeitet worden sind – das ist die Zuverlässigkeit eines Medizinproduktes.“ Zusätzlich zu Verordnungen wie dem Medizinproduktegesetz gibt es zahntechnische Qualitätsoffensiven, die dem zertifizierten Dentallabor „Brief und Siegel“ verleihen. Ein Beispiel ist die „Allianz für Meisterliche Zahntechnik“ (AMZ).

Der Experte Thomas Breitenbach vom Kuratorium perfekter Zahnersatz empfiehlt, mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt vor der Herstellung eines neuen Zahnersatzes über den Herstellungsort zu sprechen. Die meisten Zahnarztpraxen arbeiten mit einem regionalen Dentallabor ihres Vertrauens zusammen.

28.06.2022 DGA | Quelle: Kuratorium perfekter Zahnersatz e.V.

Zähne pflegen für einen gesunden Körper

Erkrankungen im Mund haben großen Einfluss auf den gesamten Körper. Das bedeutet aber auch: Wer sich gut um seine Mundgesundheit kümmert, kann seine Allgemeingesundheit positiv beeinflussen. Die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) gibt Tipps, was Sie selbst für einen gesunden Mund – und einen gesunden Körper – tun können.

Mund- und Allgemeingesundheit beeinflussen sich auf komplexe Weise gegenseitig. Entzündungen in der Mundhöhle – zum Beispiel an den Zähnen oder in den Zahnfleischtaschen – wirken sich auf den ganzen Körper aus. Zum Beispiel gilt die Parodontitis als Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Umgekehrt besteht die Gefahr, dass durch eine chronische Erkrankung wie Diabetes Zahnerkrankungen ausgelöst werden oder sich verschlimmern.
Die Parodontitis im Fokus der Wechselwirkungen

Im Fokus der Wechselwirkungen zwischen Zähnen und Körper steht die Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparats. Sie wird durch Bakterien ausgelöst. Über das Zahnfleisch können diese Bakterien und Entzündungsstoffe in den Blutkreislauf gelangen und so auch an anderen Stellen im Körper Schaden anrichten. Erkrankungen, die mit einer Parodontitis im Zusammenhang stehen, sind zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Diabetes. Auch für schwere Covid-19-Verläufe könnte die Parodontitis nach derzeitigem Wissensstand ein Risikofaktor sein.
Das können Sie selbst für Ihre Mundgesundheit tun

Es gibt verschiedene Maßnahmen, mit denen Sie Erkrankungen im Mund vorbeugen und somit auch Ihrer Allgemeingesundheit Gutes tun können:

  • Gründliche Mundhygiene – zweimal am Tag für mindestens zwei Minuten
  • Tägliche Zahnzwischenraumreinigung mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten
  • Regelmäßig die Zahnbürste austauschen
  • Halbjährlich zur Kontrolluntersuchung in die Zahnarztpraxis – unabhängig davon bei einer Zahnfleischentzündung, die auch durch gründlicheres Zähneputzen nicht innerhalb weniger Tage verschwindet
  • Regelmäßige Professionelle Zahnreinigungen
  • Alle zwei Jahre zur Parodontitis-Vorsorgeuntersuchung
  • Risikofaktoren wie Übergewicht und Rauchen vermeiden
  • Zahngesunde Ernährung

Mehr Informationen zum Thema „Zähne und Allgemeinerkrankungen“ finden Sie auf der BLZK-Patientenwebsite unter

zahn.de/parodontitis_allgemeingesundheit

23.06.2022 DGA | Quelle: Bayerische Landeszahnärztekammer

Parodontitis vorbeugen, erkennen und behandeln

Wie erkenne ich Parodontitis? Und wie kann ich mich behandeln lassen? Der im November 2021 erschienene Patientenratgeber „Gesund beginnt im Mund!“ informiert leicht verständlich über das Krankheitsbild Parodontitis. Dafür wurde der Buchratgeber Ende März 2022 ausgezeichnet.

Die Initiative proDente verleiht jährlich den Journalistenpreis „Abdruck“. Der Preis würdigt herausragende journalistische Arbeiten, die zahnmedizinische und zahntechnische Themen einer breiten Öffentlichkeit allgemein verständlich zugänglich machen. Die Fachjury zeichnete den Patientenratgeber, den die KZV Hessen fachlich begleitet hat, mit dem Sonderpreis in der Kategorie Print aus.

Leserinnen und Leser erfahren, wie sie sich mit einfachen Mitteln vor Parodontitis schützen können. Anhand eines einfachen Selbsttests lässt sich erkennen, ob man bereits an Parodontitis erkrankt ist. Die frühzeitige Erkennung von Parodontitis ist auch wichtig für die Behandlung anderer Erkrankungen, da sie in einem Zusammenhang stehen können. Die Maßnahmen zur Behandlung einer Parodontitis werden im Buch Schritt für Schritt an einem beispielhaften Patientenfall erklärt. Seit Juli 2021 stehen gesetzlich Versicherten in Zahnarztpraxen bei der Behandlung von Parodontitis neue Möglichkeiten offen – welche Vorteile diese bieten, auch darüber informiert der Buchratgeber. Erhältlich ist er im Buchhandel, über Online-Buchhändler sowie direkt über www.govi.de. Zudem kann er in jeder Apotheke bestellt werden.



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